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Mehr Pflegefachpersonen finanzieren statt bekannte Probleme aufwärmen!

Die mit der Berichterstattung zur jüngsten Initiative Weiße Liste der Bertelsmann-Stiftung einhergehende mediale Aufmerksamkeit ist nach Auffassung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. (DBfK) nicht gerechtfertigt.

Denn neue Erkenntnisse, wie durch die Schlagzeile „Deutsche Pflegeheime sind deutlich schlechter als bislang gedacht“ suggeriert wird, gibt es nicht! Die Berichte tragen lediglich dazu bei, Pflegeeinrichtungen und engagierte Pflegefachpersonen, die tagtäglich unter erschwerten Rahmenbedingungen ihr Möglichstes und manchmal Unmögliches leisten, unter Generalverdacht zu stellen und zu demotivieren. Zudem werden Betroffene und ihre Angehörigen verunsichert.

„Die Befunde im neuen Online-Portal Weiße Liste werden auf der Basis des sog. Pflege-TÜV erstellt. Die Methodik des sog. Pflege-TÜV ist bekanntermaßen ungeeignet, Ergebnisqualität zu erfassen und darzustellen. Diese Kritik wird in der Fachöffentlichkeit weithin geteilt“, so DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner. Der DBfK benennt seit Jahren die Schwächen des sog. Pflege-TÜV.

Laut einer von der Bertelsmann Stiftung erstellten Studie schneiden rund zwei Prozent der Pflegeheime besonders schlecht ab. Hervorgehoben wird die „starke Kluft“ zwischen der Pflegequalität und dem, was im sog. Pflege-TÜV derzeit abgebildet wird. Klargestellt werden muss, dass die Ergebnisse des sog. Pflege-TÜV auch schon bisher im Netz von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen eigesehen werden können. Die Qualität der „Pflege und medizinischen Versorgung“ ist ein gesonderter Bereich und kann von jedem Interessierten online oder in Papierform abgerufen werden. Die Darstellung ist insbesondere für die Verbraucher zu verbessern.

Nach wie vor steht die Dokumentation der pflegerischen Leistungen im Vordergrund der Prüfung. Sind die Maßnahmen zur Verhinderung eines Druckgeschwürs nicht dokumentiert, so wird dies negativ bewertet. Nicht prüfungsrelevant ist derzeit, ob bzw. wie viele Menschen ein Druckgeschwür in der Einrichtung erworben haben. Schon seit Jahren fordert der DBfK die Einführung eines neuen Prüfsystems, in dem die Ergebnisqualität und nicht die Dokumentationsqualität im Vordergrund steht. Der Gesetzgeber hat eine Frist gesetzt: Ein neues Prüfsystem soll im nächsten Jahr für die Pflegeheime beschlossen werden (für die ambulanten Pflegedienste 2018). Die Chance, Ergebnisse und damit pflegerische Leistungen in den Fokus zu stellen, darf nicht verpasst werden. Es werden aussagefähige Fakten für ein realistisches Bild der Pflege benötigt.
Es mangelt an Ressourcen, um die Qualität zu verbessern. Der DBfK fordert erneut eine bessere Personalausstattung! Nur so kann eine ausreichende, zweckmäßige und an den Klienten ausgerichtete Pflegequalität erbracht werden, die dann auch geprüft werden kann.

Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK)
www.dbfk.de

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